1) Einleitung

 
 

"Transkritpion (lat. Umschreibung) die Einrichtung einer Komposition für ein anderes Instrument oder für eine andere Besetzung als die ürsprüngliche in freier Form (so Liszts Einrichtung von Schubertliedern für Klavier, Bachs Bearbeitung von Violinkonzerten Vivaldis zu Klavierkonzerten)" (aus: Wörterbuch der Musik, Herbert Gerigk)

"Geschichtliches: Der primitive Ursprung der Holzstabinstrumente(Xylophone) ist in Südostasien nachgewiesen, und ihre weitere, formenreiche Entwicklung fand dort und in Afrika statt. Man kann annehmen, daß im 15.Jahrhundert von Südostasien her nach Deutschland eine einfache Form als tragbares Wandermusikanteninstrument gekommen ist.[...] Die moderne Bezeichnung "Xylophon" (aus dem Griechischen: Holzklinger) erschien erstmalig Anfang des 19.Jahrhunderts in Verbindung mit einem Holzreibstabspiel.[...] Die Weiterentwicklung dieses Typus blieb gering im Gegensatz zu den außereuropäischen Xylophonen mit ihren Resonanzkästen, Kalebassen oder Bambusröhren. [...] Mit der Verwendung in der Kunstmusik seit Mitte des 19.Jahrhunderts begann die Entwicklung des Xylophons zu einem arrivierten Orchesterinstrument. [...] Die Zeit des Sklavenhandels brachte die Marimba - wie die südostafrikanischen Neger das Kalebassenxylophon nennen - nach Amerika. Hier fand es in der lateinamerikanischen Volkstanzmusik einen neuen Wirkungskreis. Die weitere Entwicklung zum modernen Resonatoreninstrument begann in jüngster Zeit, als die westlichen Jazz- und Tanzmusik die Marimba für sich entdeckte.

Bau: Während die Stäbe der Exoten-Xylophone in einer Reihe nebeneinander liegen, sind sie bei den modernen Instrumenten entsprechend der Klaviertasten-Anordnung chromatisch formiert. [...]" (Handbuch des Schlagzeugs, K.Peinkofer & F. Tannigel, S.43-451)
 
 

Die Marimba als Soloinstrument ist eine Erscheinung der zweiten Hälfte des 20.Jahrhunderts. Seit ca. 50 Jahren werden von vielen Komponisten Solo- und Ensemblewerke für Marimba geschrieben. So wie aber auch für viele andere neuere Instrumentengruppen, ist das Gesamtrepertoire stilistisch eingeschränkt. Viele der Kompositionen für Marimba kommen aus dem asiatischen Raum. Zwar wird die Marimba als Soloinstrument auch in westlichen Ländern für viele Komponisten interessant, aber auch hier liegt der stilistische Schwerpunkt eindeutig auf der "Neuen Musik".

Um also auch weitere Stilistiken und Zeitepochen auf der Marimba und anderen Stabspielen zu etablieren, bleibt nur noch die Form der Adaption und Transkription. So wie auch bei anderen Transkriptionen "bekannter Standardwerke" für ein neues Instrument, gibt es natürlich auch für die Marimba Kritiker und Befürworter. Aber vielleicht ist es gerade die Marimba(und andere Stabspiele), die mehr Kritiker auf den Plan rufen. Schließlich gehört die Marimba immer noch zum Schlagwerk / Percussionbereich und die allgemeine Meinung über die Musikalität von Schlagzeugern ist hinlänglich bekannt. Diese Arbeit sollte weniger bewertenden, als vielmehr informativen Charakter haben.
 
 

Es gibt verschiedene Gründe für eine Adaption / Transkription von bekannten Werken für die Marimba. Zum einen der musikalische Aspekt:

Es gibt sehr viele moderne Stücke für die Marimba (s.o.), aber gerade für junge Musiker ist es wichtig, viele verschiedene Aspekte und Stile der Musik kennenzulernen. Nicht nur die Musik ihrer Zeit, gerade die Werke von berühmten Komponisten der barocken, klassischen und romantischen Epochen sind für die musikalische Entwicklung eines jungen Musikers von großer Bedeutung.

Zum anderen der spieltechnische Aspekt:

Durch die Entwicklung des Instruments (Xylophon, Xylorimba, Marimba), hauptsächlich die Erweiterung des Tonumfangs, wurden dem Malletspieler neue Perspektiven eröffnet. Weiterhin ermöglicht die Entwicklung der verschiedenen Schlägeltechniken dem Spieler mehr Ausdrucksmöglichkeiten und ein differenzierteres polyphones Spiel. Gleichzeitig erfordern aber die immer neuen Kompositionen und Transkriptionen auch neue Schlägeltechniken. (Wechselwirkung)
 
 




 
1nähere Angaben siehe Literaturverzeichnis